20 Jahre Geschichte !

Gespräch mit Agnès Lohr, Leiterin des Festival Summerlied

Gespräch mit dem Begründer des Festivals, und Ehrenleiter, Jacques Schleef : „Ein Weg nach Morgen“

Wenn man ihn nach der Entstehung des Festivals fragt, besteht jacques Schleef darauf, nicht zu viel von ihm zu sprechen. Dabei bleibt er unentbehrlich, denn er hat dem Summerlied 1997 den Anstoß gegeben. Der Sohn eines Lehrers, gebürtig aus dem Hanauerland, verheiratet in Ohlungen, hat sich in diesem Dorf niedergelassen, vermögend der gesamten Gutmütigkeit des Vereinsengagement.
Wie ist das Festival entstanden?
Er ist aus dem Befund entstanden, dass es im Elsass keine große festliche Veranstaltung gab, die traditioneller Musik und Gesang gewidmet ist, wie ich und meine Frau sie im Laufe unseren Reisen und Rundwanderungen in Frankreich entdecken konnten. Es ist war das, nach der Aufheiterung der 70er, ein paar Künstler noch auftraten, jedoch an Orten, die ihrer Kreativität nicht würdig waren. Die Begegnung mit Jean-Marie Sander, Bürgermeister der Gemeinde dem ich mein Projekt vorgelegt hatte ein Festival zu gestalten, welches Autoren, Komponisten, Schöpfer und Interpreten ins Licht rücken sollte, war der Ausgangspunkt.

Wie hat er reagiert?
Er war sofort begeistert, hat mich unterstützt und mir die Türen geöffnet…   Wir wussten trotz allem nicht wo uns der Weg hinführen würde. Meinerseits hatte ich eine gute Erfahrung aus dem Vereinswesen; ich war im Tennis engagiert. Doch vor allem war ich Jahrelang mit einem gewissen Erfolg, worüber ich stolz bin, Trainer der Ohlungener Fußballmannschaft. Im Rahmen dessen hatte ich mit meinen Fußballfreunden Konzertabende mit unter anderem Roland Kieffer (Schlitzmann), R.F. Jacobi, dem Hutzel Kabarett und der Wetz Owe organisiert… Doch ich glaube es war die Begegnung mit Catherine Graesbeck, damals in der Förderung des elsässischen Tourismus involviert und Expertin der Volkskunst und Traditionen, die Entscheidend war. Ich weise darauf hin, dass wir im Herbst 96 keinen Pfennig in der Tasche hatten! (Zur Erinnerung, das Budget des Festivals ist zur Zeit in einer Höhe von 550 000€… )

Keine Angst gehabt, es in einem 1 200 Seelen-Dorf zu versuchen?
Kein Bisschen! Es sind die Jungen Menschen der Ohlungener Vereine, welche die zwei ersten  Festivals gewährleistet hatten. Doch sehr schnell ist uns erschienen, dass wir die Struktur ausbauen mussten. Das Projekt ist auf die Nachbargemeinden übergelaufen und dabei Schweighouse-sur-Moder (Schweighausen im Elsass).

Immer mit Freiwilligen?
Fast ausschließlich. Durch die Freiwilligenarbeit ist eine Dynamik zwischen den Einwohnern der Region entstanden. Wir haben alte Streitereien zwischen den Orten vergessen und arbeiten seitdem an einem Zusammenleben. Das Projekt hat der Region eine Wahre Identität verliehen. Manche Freiwillige sind noch immer an unserer Seite. Andere sind uns beigetreten!

Was hat dem Festival den entscheidenden Impuls gegeben?
Die Ankunft eines jungen Studenten aus Mahrienthal stammend, der aus Kultur seine Leidenschaft und später seinen Beruf machte, war entscheidend. Thierry Baechtel1 brachte uns in der Tatnotwendiges Wissen was Eventorganisation betrifft und leitete uns auf die Wege der Professionalität bestimmter Funktionen im Festival. Zusammen haben wir uns auch die Zusammenstellung dieses einzigartigen Ortes der Ohlungener Lichtung ausgedacht.

Der Kult des Elsässischen kam dabei auf seine Kosten?
Seit den ersten Auflagen wollten wir uns nicht auf das elsässische begrenzen, uns jedoch neugierig allen Kulturen gegenüber zeigen, die im Elsass zu finden sind: Zigeuner, Jiddisch,… so wie die aus einer neueren Einwanderung stammend. Wir haben uns natürlicherweise zu Regionen mit einer starken kulturellen Identität gewendet, was die Gelegenheit war für besondere Begegnungen wie dem Baskenchor aus Oldarra, die Bretonen Eric Marchand, Dan Ar Braz und Tri Yann, den Korsen von Poletti und dem Männerchor aus Sartène…  Wir haben Austauschtreffen organisiert und sind ein paar Jahre auf Reisen gewesen mit dem „Summerlied uff Summertour“!

Das Festival hat sich regelmäßig mit Neuheiten ausgeschmückt…
Summerlied lässt sich nicht als eine einfache große Abendbühne zusammenfassen! Die Mundart ist im herzen des Projektes. Im „bàbbeldorf“, das Dorf der Mundart spielt man mit dem Wort: da ist der Palaverbaum, die Märchenecke, der Witzbrunne, die Poesie, etc… Parallel, gestaltet Gilbert Meyer, ebenfalls gebürtig aus Ohlungen (anbei: Direktor der Tohu Bohu Theaters in Straßburg) regelmäßig den Ort (dieses jahr ist das Thema „die Tür“). Die Thematischen Schöpfungen bleiben meine schönsten Erinnerungen an das Summerlied.

Wie sehen Sie die Zukunft des Summerliedes?
Das Festival ist bestimmt sich zu entwickeln. Heute geht das Projekt von vor 15 Jahren weit über die Person seines Gründers hinaus. Ein Dutzend Freiwillige, Künstler und Schöpfer bringen Fleiß mit sich und lassen das Festival leben. Wir wollen die Freiwilligenarbeit verstärken, die Ausbildung junger Talente Fördern und ein wachsames Auge darauf halten, was Morgen ausgedacht werden könnte. Das Summerlied wird den Weg zwischen den Älteren und den kulturellen Landschaften von Morgen ebnen müssen. Das ist meine tiefste Motivation: die Vermittlung dieses immateriellen Erbes zu versichern.

Menu